Monitor Me – Wie Quantified Self das Gesundheitswesen revolutioniert

Die knapp einstündige Dokumentation der BBC zeigt eindrucksvoll, wie Quantified Self das Gesundheitswesen von Grund auf ändert. Die Meßbarkeit des eigenen Körpers anhand kleiner, am Körper selbst bzw. an der Kleidung zu tragender Geräte in Verbindung mit entsprechenden Apps auf Smartphone oder Tablet, bedeutet nichts weniger als eine Revolution für die Gesundheitsindustrie: (Über-)Lebensnotwendiges Monitoring, für das bis vor kurzem extrem teure medizinischem Fachpersonal vorbehaltene Geräte vonnöten waren, kann nun vom Menschen selbst durchgeführt werden. Das bedeutet einen klaren Wechsel der Machtpositionen: von Kliniken, Laboren und Ärzten bewegt sich die Fähigkeit der Gesundheitsüberwachung hin zum Menschen und Patienten: er gewinnt – er ist ab sofort selbst in der Lage, seine Gesundheit zu analysieren und relevante Signale hin entsprechend zu handeln.

Neue Location-Tracking Funktion mit iOS 7

Laut einem Bericht von BuzzFeed könnte mit dem anstehenden iOS 7 Update eine neue GPS Funktion eingebaut sein, die es dem Nutzer erlaubt, ständig die GPS Daten aufzeichnen zu lassen. Damit können die meist frequentierten Locations im Nachhinein eingesehen werden. Das System erkennt automatisch Plätze, die immer wieder aufgesucht werden (hier in diesem Beispiel „Work“ und „Home“. Aufgelistet werden Datum, Uhrzeit und die Frequenz mit der man den konkreten Ort aufgesucht hat. Mit Hilfe dieser Funktion können genauere Wettervorhersagen, Staumeldungen aber auch Restaurant Tipps an die User weitergegeben werden. Wer keine Lust hat, seine Wege Apple bekannt zu geben, kann diese Funktion komplett ausschalten.

Deutschland: das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken

Heute wurde von Nielsen eine neue Studie über die Smartphone Nutzung in Deutschland veröffentlicht. Der Bericht „Smartphone Insights Report“ zeigt sehr deutlich die kontinuierlich, geradezu explosiv steigende Nutzung von Smartphones bei Deutschen. Ob Einkäufe organisieren, Nachrichten abrufen, Freunde kontaktieren, Termine planen, Reisen buchen, Spielen, alles wird heutzutage mit dem Smartphone erledigt. Hier die Highlights der Studie:

  •  Nur 6 Prozent der Deutschen haben kein Handy
  • 62 Prozent besitzen ein Smartphone, davon sind 41 Prozent Samsung und 21 Prozent Apple iPhone Benutzer
  • Insgesamt beherrscht Samsung den deutschen Mobilfunkmarkt mit einem Anteil von 37 Prozent, gefolgt von Nokia mi 18 Prozent, der nach wie vor Platzhirsch im schrumpfenden Feature Phone Bereicht ist

Was passiert mit den klassischen Industrien?

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Heute wurde bekanntgegeben, dass amazon Gründer Jeff Bezos den amerikanischen Traditionsverlag „Washington Post“ für 250 Millionen Dollar erwerben wird. Nach 7 Jahren Gewinnrückgang in Folge verkauft eine renommierte Zeitungsdynastie den Kern ihres Imperiums, nämlich das klassische Print Geschäft. Vor gut zwei Wochen wurde in Deutschland bekannt gegeben, dass einer der größten Medienhäuser, der Springer Verlag gleich mehrere Traditionsblätter an die Funke Mediengruppe verkauft. Betroffen sind „Bild der Frau„, „die Programmzeitschrift „Hörzu“ und das renommierte Regionalblatt „Hamburger Abendblatt„.

Nach dem Motto „Tradition Goes Digital“ versuchen klassische Unternehmen eine Antwort auf das schrumpfende Kerngeschäft zu finden. Betroffen ist nicht nur die Medienindustrie. Ähnliches ist für die Marktforschung zu erwarten. Veraltete klassische Umfragen sind nicht mehr zeitgemäß. Neue Methoden müssen her, um repräsentative Marktstudien durchzuführen. Dabei spielt Mobile und Big Data eine entscheidende Rolle. Viele klassische Marktforschungsinstitute versuchen ein Standbein in diesen innovativen Bereichen aufzubauen. Das Problem ist jedoch die klassische Kanibalisierung des eigenen Geschäfts. So zum Beispiel gab das globale Institut GfK bekannt, dass es die Sparte „Location Insights“ aufbauen wird. Mit Hilfe von Smartphones mit GPS Anbindung sollen Einzelhändler eine bessere Einsicht in das Kaufverhalten von Konsumenten erhalten und mit ihnen interagieren können. Der Aufbau erfolgt sehr behutsam, um das eigene, klassische Geschäft nicht zu torpedieren.

Die Medienindustrie hat es uns vorgemacht und das Ende der Fahnenstange ist lange noch nicht erreicht. Man kann gespannt sein, wie es mit der klassischen Marktforschungsindustrie weitergeht. Die Konsolidierung des Marktes in Deutschland von über 200 aktiven Instituten vor gut zehn Jahren auf knapp 140 nach heutigem Stand wird sich in jedem Fall fortsetzen. Wer überleben will, setzt mit Sicherheit auf innovative Forschungsmethoden und Big Data Analytics.