Was haben Karneval und der SmileGuide gemeinsam?

Es ist wieder soweit: zum Höhepunkt des närrischen Treibens ab Montag, den 16. Februar gibt’s wieder etwas zu Lachen – und das selbst für die Karnevals- und Faschingsverweigerer unter uns: 1 Woche lang üben wir das Lachen mit dem SmileGuide!

Wer zu viel Arbeit, Stress oder gar einen Burnout erlebt hat, der sollte sich einen Ruck geben, die explore App herunterladen und am SmileGuide teilnehmen.

1 Woche lang erhalten Sie in der explore App jeden Tag eine Aufgabe, die Sie lösen müssen. Inmer geht es dabei ums Lachen – Sie selbst werden während dieser Woche wieder mehr lachen, wie auch dir Menschen in Ihrer unmittelbaren Umgebung. Lassrn Sie sich überraschen!

Nachgewiesenermassen hilft nichts so sehr dabei, das Wohlbefinden zu steigern, als gute Laune. Wenn Die sich allerdings selbst beobachten oder beispielsweise im Bus, in der U-Bahn oder in einem Geschäft drn Menschen zusehen, wirken die meisten von uns als ob wir soeben von unserer Entlassung erfahren hätten odet wir einer schweren Operation entgegensehen würden.

Lachen hilft – eine einfache Erkenntnis, die gar nicht so schwet umzusetzen ist. Machen Sie mit: laden Sie sich die explore App für Android herunter und schicken Sie uns eine mail, damit wir Sie für den TeamGuide freischalten können.

Wir freuen uns auf das gemeinsame Lachen mit Ihnen! Helau und Alaaf!

Erfolgreiche App-Entwicklung mit Location Based Services

Alle Smartphones besitzen Navigation. Die Geo-Location ist eine der wichtigsten und meistgenutzen Funktionen unserer mobilen Endgeräte. Smartphones helfen uns unterwegs. Wo wir uns befinden, ist ein wesentlicher Kontext für unsere Handlungen und unsere Bedürfnisse. Und viele Apps können durch Einbeziehung unserer Position viel nützlicher für uns werden. Ob Tipps zum Ausgehen in der Umgebung, ob „Einchecken“ an interessanten Orten, damit unsere Freunde sehen, wo wir sind – es gibt unendlich viele Anwendungen für Location Based Services, LBS. Auch für den kommerziellen Einsatz gibt es mannigfaltige Fälle: Sonderangebote im Café für treue Kunden, die regelmäßg vorbeikommen, Empfehlungsmarketing „Kunden, die diese Waren gesucht haben, kauften auch dieses Produkt“ und natürlich Marktforschung und Werbeplanung für die Wirksamkeit von Out-Of-Home Werbung.

Es gibt ein paar wichtige Regeln, die wir bei der Entwicklung von Apps gelernt haben, die Location Based Services anbieten. In den ersten vier Abschnitten stellen kurz ein paar technische Rahmenbedingung vor, in den letzten beiden Abschnitten gehen wir auf das Design der von Apps mit Location Based Services ein.

Viele Wege der Positionsbestimmung

Der Ortungsvorgang besteht aus zwei Schritten. Zuerst muss eine Position im Raum gemessen werden, zum Beispiel geografische Länge und Breite oder die Entfernung zu einer bestimmten Funkquelle. Diese Koordinaten sind für uns im Alltag allerdings weitgehend unbrauchbar: Es sind zunächst einfach nur Zahlen. Als Zweites muss daher die Position in einen echten Ort übersetzt werden, zum Beispiel einen Punkt auf einer Landkarte, eine Postadresse oder eine bestimmte Filiale einer Handelskette. Objekte oder Menschen in diesen zwei Stufen im Raum verorten nennt man im Fachjargon „Registrierung“ (engl. registration).

Rein technisch kann die Ortung der Position im Smartphone über viele verschiedene Sensoren erfolgen. Auch GPS, fast schon synonym für Geo-Location steht, ist die Ortung via Satellit vielleicht nicht einmal die wichtigste Quelle für unsere Koordinaten. Sobald das Smartphone Netzempfang hat, steht die Information über die Funkzellen zur Verfügung. Jede dieser Zellen umgibt einen Funkmasten und ist meist wenige hundert Meter im Durchmesser. Die Ortsbestimmung über Funkzellen ist im Verhältnis relativ ungenau, verbraucht aber im Gegenzug kaum zusätzlich Batterie, da das Telefon diesen Dienst sowieso nutzt.

Beacons sind schwache Bluetooth-Sender, die zum Beispiel in Läden oder Restaurants angebracht werden. Jeder Beacon hat seine eigene Kennung und kann daher von Apps zur Registrierung genutzt werden, sobald Bluetooth am Telefon eingeschaltet ist.

Wifi und Google Services

Besonders in Innenräumen sind schon heute Wifi-Netze gut zur Ortsbestimmung geeignet. Wenn Informationen über den Ort bestimmter Wifi-Kennungen vorliegen (z.B. die Wifis der eigenen Ladengeschäfte oder Restaurants), ist das Wifi sogar die beste Quelle für eine schnelle, batterieschonende Registrierung.

Wifi-Netze liefern sehr präzise die Position auch in Innenräumen ohne guten Satelliten- oder Netzempfang. Neben der SSID - dem "Namen" des Wifi, den man als Nutzer frei wählen kann, identifizieren sich die Wifi-Router über eine zweite, eindeutige Kennung, die BSSID.
Wifi-Netze liefern sehr präzise die Position auch in Innenräumen ohne guten Satelliten- oder Netzempfang. Neben der SSID – dem „Namen“ des Wifi, den man als Nutzer frei wählen kann, identifizieren sich die Wifi-Router über eine zweite, eindeutige Kennung, die BSSID.
Google stellt mit den Google Services ein Paket von Diensten für das Smartphone-Betriebssystem Android zur Verfügung, mit dem viele Wifi-Netze weltweit automatisch in Orte übersetzt werden. Allerdings sind diese Services nur in Andoid-Versionen von Google vorinstalliert. In den meisten generische Android-Distributionen wie Cyanogenemod oder Miui von Xiaomi müssen die Google Services erst von den Nutzern installiert werden. (Das Betriebssystem iOS von Apple bietet diese Funktion ebenfalls, allerdings gibt es von iOS keine unabhängigen Versionen – die Situation ist hier also einfacher).

In vielen Teilen der Welt, aber insbesondere in China, nutzen die große Mehrheit der Menschen Smartphones mit generischem Android, also ohne Google Services. Soll die Ortsbestimmung über Wifi auch für Nutzer außerhalb Europas und der USA funktionieren, ist es daher wichtig, um diese Lücke herumzuentwickeln. Braucht man für die Location Based Services nur die eigenen Standorte (zum Beispiel die Filialen einer Restaurantkette), können die Wifi-Netze in der App hinterlegt werden und die Positionierung kann ohne weitere, externe Information stattfinden.

Batterieverbrauch

GPS, Wifi und Bluetooth verbrauchen zusätzlich Strom, wenn der Ort bestimmt werden soll. Oft ist die User Experience bei Apps mit Location Based Services schlecht, weil sich die Akkulaufzeit drastisch verkürzt. Das Ergebnis: Die App fliegt wieder vom Telefon. Es ist daher wichtig, den Stromhunger der App zu steuern. Zunächst sollte der Ort nur dann und nur so oft abgefragt werden, als es auch tatsächlich notwenig ist, um die Funtionalität der App zu unterstützen. Wenn der Ort regelmäßig abgefragt werden muss, etwa weil die Position dynamisch bestimmt wird, während der Nutzer sich bewegt, sollte sich die Abtastrate an die Geschwindigkeit anpassen. Bewegt sich eine Nutzerin zu Fuß, reicht in der Regel ein Datenpunkt pro Minute oder sogar seltener. Auch bei höheren Geschwindigkeiten ist eine hohe Sampling-Rate nicht unbedingt erforderlich. Wenn die Bewegung gleichmäßig ist, sich also nicht Beschleunigungen und Bremsvorgänge abwechseln, ist es ebenfalls ausreichend, nur alle Minuten den Ort abzufragen. Schließlich sollte die App von selbst „respektieren“, wenn die Batterie zur Neige geht und die Ortungsfunktionen herunterfahren, bevor der Akkustand kritisch wird.

Offline

Häufig haben wir schlechen Internetempfang auf dem Smartphone. Außerhalb der Städte sind lahme Verbindungsgeschwindigkeitn wie EDGE oder gar GPRS eher die Regal als die Ausnahme. Und auf Reisen im Ausland fehlt uns meist die Internetverbindung komplett, wenn wir nicht teure Roaming-Gebühren in Kauf nehmen wollen. Eine App mit Location Based Services sollte dies berücksichtigen. Wenn die App nicht nativ läuft, sich also Web-Inhalte als HTML-Seiten holen muss, um ihren Dienst zu tun, ist es schlicht nicht möglich, einen guten Service unabhängig von der Netzverbindung anzubieten. Dabei ist es meistens nicht notwenidig, dass sich die App Informationen aus dem Netz in Echtzeit zieht. Sehr gut können Karten, Gutscheine, Aktionen hinterlegt werden, wann immer eine ausreichende Netzverbindung besteht. Die Nutzer erleben dann eine interaktive App mit Location Based Services ohne den frustrierenden, ewigen Ladekreisel oder die lästige Meldung „Connection timed out“. Mit einer Complex Event Processing Engine CEPE, wie Datarella sie entwickelt hat, lassen sich sogar komplexe Interaktionen völlig lokal steuern; eine Netzverbindung ist nur für gelegentliche Updates nötig, wofür das Wifi im Hotel oder zu Hause völlig ausreichen.

Eine Lösung für genau eine Aufgabe

Die App "München Navigator" der Deutschen Bahn hatte ursprünglich nur eine einzige Funktion: Sie zeigte die Position der S-Bahnen in Echtzeit - gerade wenn man umsteigen muss sehr praktisch. Leider hat die Bahn (wie so viele andere Unternehmen) diese App unglaublich aufgeblasen. Jetzt kann sie fast alles, aber nichts wirklich gut. Um auf ihre Kernfunktion zugreifen zu können, muss man drei mal klicken - für eine App, die man unterwegs benutzen soll ein absolutes No-Go.
Die App „München Navigator“ der Deutschen Bahn hatte ursprünglich nur eine einzige Funktion: Sie zeigte die Position der S-Bahnen in Echtzeit – gerade wenn man umsteigen muss sehr praktisch. Leider hat die Bahn (wie so viele andere Unternehmen) diese App unglaublich aufgeblasen. Jetzt kann sie fast alles, aber nichts wirklich gut. Um auf ihre Kernfunktion zugreifen zu können, muss man drei mal klicken – für eine App, die man unterwegs benutzen soll ein absolutes No-Go.
Location Bases Services werden logischer Weise vor allem unterwegs genutzt. Beim Gehen, beim kurzen Stehenbleiben an der Bushaltestelle oder beim Suchen nach den Sonderangeboten vor dem Regal im Supermarkt, will niemand sich mühsam durch Menüs klicken. Die Funktion der App muss sofort und ohne Umwege zur Verfügung stehen. Location Based Services verlangen also Apps mit hochspezifischer Funktion. Am besten, die App macht genau eine einzige Sache, aber diese gut. Leider gibt es viele Beispiele, bei denen alle möglichen Funktionen zum eigentlichen Location Based Service dazugepackt werden. Das Ergebnis: Die App wird seltener genutzt, die User Experience ist schlechter.

Bedienung mit einem Finger

Die Regel der Einfachheit gilt dabei nicht nur für die Funktionen sondern auch für das User Interface, die Benutzeroberfläche. Unterwegs haben wir meistens nur eine Hand frei und zwar nicht immer die rechte (wenn wir Rechtshänder sind). Die Benutzeroberfläche sollte unsere Einhändigkeit unterstützen. Die App sollte ausschließlich mit dem Daumen leicht bedienbar sein. Alle komplexeren Funktionen (wie zB Nutzereinstellungen) sollten in ein Menü gepackt werden, damit sie nicht von der Kernfunktion ablenken. Es gibt jede Menge Apps mit gelungenen User Interfaces, ein gutes Beispiel ist Tinder.

Die letzten drei Regeln gelten selbstverständlich für alle Apps, nicht nur für Location Based Services. Jahrelange Erfahrung zeigt, dass Apps, die diese beiden Regeln berücksichtigen, wesentlich besser bei den Usern ankommen. Für Apps, die vor allem unterwegs benutzt werden sollen, sind sie aber unverzichtbar. Wenn wir uns an diese einfachen Regeln beim App Design halten, kann schon fast nichts mehr schief gehen, mit unseren Location Based Services – vorausgesetzt, wir haben auch noch eine gute Idee, was unsere App eigentlich liefern soll 🙂

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Datarella People: Prof. Dr. Claas Triebel, TeamGuide

Im Gespräch:
Prof. Dr. Claas Triebel, Wirtschaftspsychologe, Gesellschafter PerformPartner, Wissenschaftlicher Leiter des Datarella Projekts TeamGuide

DR
Was ist der TeamGuide?

Claas Triebel
Der Team Guide ist eine App wie beispielsweise Runtastic, mit der man sich selbst beobachten kann, mit der man die Arbeit seines Teams einschãtzen kann. So, wie Runtastic den Nutzer daran erinnert, wieder einmal zu laufen, so erinnert der TeamGuide daran, im Team über das zu sprechen, was gerade relevant ist.

DR
Für wen ist der TeamGuide geeignet?

Claas Triebel
Der TeamGuide ist eine App für Teams aus Unternehmen – und zwar nicht nur dann, wenn ein aktuelles Problem besteht. Der TeamGuide entfaltet dann seine Stärken, wenn ich ihn kontinuierlich mitlaufen lasse – analog zur Fitness App, die mir die kurz- und langfristige Entwicklung meiner Fitness darstellt und mir damit die Möglichkeit zur Korrektur gibt.

Wie entwickelt sich die Stimmung im Team? Wie optimistisch ist das Team? Diese Aspekte entwickeln sich typischerweise schleichend; d.h. man bemerkt Verãnderungen erst dann, wenn sie signifikant sind. Daher ist hier ein kontinuierliches Monitoring wesentlich sinnvoller, als ein rein problemorientiertes Handeln, das sogar vielleicht nur auf eine einzelne Maßnahme beschrãnkt ist. So, wie es nicht wirklich sinnvoll ist, einmal laufen zu gehen, sondern die Effektivität des Laufens aus seiner Kontinuität ergibt, ist ein gutes Team nicht das Ergebnis eines einmaligen Incentives auf Ibiza, sondern das Ergebnis kontinuierlicher Arbeit.

DR
Der TeamGuide klingt sehr praxisorientiert. Gibt es ein dahinterstehendes theoretisches Modell?

Claas Triebel
Wir arbeiten mit mehreren dahinterstehenden Modellen, wie beispielsweise dem Kulturebenenmodell von Ed Schein, oder auch einem eigenentwickelten Kooperationsmodell. Beide Modelle gehen von ähnlichen Annahmen aus – dass man auf unterschiedlichen Ebenen miteinander kommuniziert: auf der Sach- bzw. Objektebene, auf der Ebene der Interessen und Werte und auf der Emotionsebene. Eingebettet sind diese Ebenen in spezifische Situationen. Ein gutes Teammitglied etwa weiss, wie es bei den anderen Teammitgliedern auf diesen Ebenen bestellt ist: wie geht es Ihnen gerade, was ist ihnen wichtig, in welcher Situation befinden Sie sich und an was arbeiten sie gerade? Darüber sollte im Team ein guter Austausch stattfinden – wenn das der Fall ist, ist das Team wesentlich besser und produktiver.

DR
Für welche Unternehmen bzw. welche Teams eignet sich er Einsatz des TeamGuide besonders?

Claas Triebel
Da ich selbst seit über 10 Jahren mit Startup Teams arbeite, haben wir zunächst damit begonnen, den TeamGuide bei jung gegründeten Unternehmen einzusetzen. Ideal ist der TeamGuide jedoch auch für große Unternehmen geeignet, die einen agilen Projektmanagementansatz verfolgen – die also nicht starre Strukturen propagieren, sondern vielmehr gewöhnt sind, mit einem bestimmten Grad an Bewegung zu arbeiten.

DR
Vielen Dank!

Versicherungen und Selbst-Tracking

„Was ist, wenn meine Versicherung meine Daten bekommt? Bekomme ich keine Lebensversicherung mehr, wenn ich nicht fit genug bin?“

Versicherungen nur noch gegen Fitness?

Viele Menschen äußern ihre Sorge, sie könnten sich mit Selbst-Tracking über Fitness-Apps, Wearables oder Smartwatches selbst schaden: Wenn Versicherungen oder Krankenkassen die Daten bekämen, so fürchten viele Leute gar nicht mehr oder nur noch teurer, Krankenversicherungen oder Lebensversicherungen abschließen zu können.

Im Augenblick dürfen Versicherungen nur in genau geregeltem Umfang medizinische Daten über potenzielle Kunden erheben. Diskriminierungsverbote werden sogar über den Europäischen Gerichtshof durchgesetzt. So wurde es z.B. unlängst den deutschen Versicherungen untersagt, Angebote nach dem Geschlecht der Versicherten zu unterscheiden. Dieses Beispiel macht deutlich, dass zumindest heute in Europa Kranken- und Lebensversicherungen sehr streng beaufsichtigt werden und keineswegs einfach nach gutdünken Daten zur Prämenberechnung heranziehen dürfen.

Kein Grund zur Sorge also? Tatsächlich zeigt die Angst vor Datenmissbrauch ein altes Problem, nämlich dass die Versicherungen oft keinen guten Job machen, um das Vertrauen ihrer Kunden zu werben. Für die meisten Menschen erscheinen Versicherungen als geschlossene Systeme, ihre internen Vorgänge erscheinen undurchsichtig. Hier hat das übliche „Kleingedruckte“, die unverständlichen, seitenlangen Vertragstexte in winziger Schrift, sicher das Seinige beigetragen.

Grundsätzlich, davon bin ich als gelernter Versicherungsmathematiker zumindest überzeugt, machen die Personenversicherer aber nichts, was nicht klipp und klar erlaubt ist. Der Aktuar, der Chef-Mathematiker einer Versicherungen, muss dafür persönlich haften. Die Versicherung wird zudem von einem unabhängigen Obmann überprüft und von mehreren Verbraucherschutzgruppen stets kritisch untersucht. Auch die Diskussion, ob es nicht etwa gerechter wäre, Raucher oder Skifahrer an den hohen Kosten zu beteiligen, die sie der Gemeinschaft der Versicherten und Beitragszahler verursachen, hat nicht dazu geführt, das Solidaritätsprinzip aufzugeben. Auch weiterhin hat unser Verhalten keinen Einfluss auf die Krankenversicherung.

Es ist eine politische, keine wirtschaftliche Diskussion, die wir hier führen müssen, wenn wir diesen Zustand erhalten wollen.

Rabatte für Fitness?

Können Versicherungen dennoch versuchen, Leute zu gesünderem Leben zu bewegen? In Großbritannien werden medizinische Leistungen in der Regel vom staatliche Gesundheitsdienst NHS übernommen. Der NHS ist durch Steuern finanziert, erhebt also keine individuellen Beiträge, so wie die Krankenkassen in Deutschland. Dennoch versucht der NHS, Menschen durch Geldanreize dazu zu bringen, sich mehr zu bewegen. Angeboten wird ein Programm, bei dem die Teilnehmer Rabattpunkte sammeln, wann immer sie sich sportlich betätigen. Ob das Trianing tatsächlich absolviert wird, misst eine App, die auf die Daten von Fitness-Trackern zurückgreift. Sporteinrichtungen und Fitnessstudios können ebenfalls die Teilnahme an Trainings quittieren. Die gesammelten Punkte können in Form von Rabatten in vielen Läden und Supermärkten direkt in bares Geld umgesetzt werden. Einen Ähnlichen Weg erforscht auch der Privatversicherer Axa in einem Testangebot.

Sachversicherung

Im Vergleich zu den Personenversicherungen sind die Sachversicherungen sehr viel weniger eingeschränkt, was die Verknüpfung der Beiträge an Verhalten betrifft. Jeder Autofahrer weiß, dass die Haftpflichtversicherung für unfallfreies Fahren sinkt. Hier gibt es in vielen Ländern bereits Angebote, die Versicherung an die Bereitschaft der Fahrer zu koppeln, sich oder den Verkehr um sich herum tracken zu lassen. In Russland filmen daher praktisch alle Autofahrer den Verkehr mit einer Kamera durch die Windschutzscheibe, einer sogenannten ‚Dashcam‚ – bekannt geworden spätestens durch den spektakulären Chelyabinsk-Meteor, von dem es dank dieser Praxis zahllose Videoaunahmen gibt.

Diskutiert wird auch eine Black Box in jedes Auto einzubauen, die alle relevanten Werte des Fahrverhaltens direkt aufzeichnet, so wie die Black Box, die bei Passagierflugzeugen vorgeschrieben ist. Wir bei Datarella entwickeln Systeme, die ohne eigene Harware auskommen. Unser Ansatz basiert auf Apps, die man sich auf das Smartphone installiert. Die meisten versicherungsrelevanten Vorgänge – Beschleunigung, Bremsen, Kurven, Geschwindigkeit, Geräusche etc. – können ohne weiteres auf dem Mobiltelefon der Fahrer getrackt werden.

Jeder für sich selbst verantwortlich?

Wenn wir einer Person mit Gewichtsproblemen eine Waage schenken, heißt das noch lange nicht, dass diejenige auch abnehmen wird. Es kann durchaus sein, dass Menschen – warum auch immer – nicht in der Lage sind, den Anforderungen gerecht zu werden, die gefühlt oder tatsächlich durch Fitness-Tracker an sie gestellt werden.

Auch in Großbritannien wird heftig darüber gestritten, ob das Geld für die Belohungsprogramme von Fitness-Trackern nicht besser in mehr Aufklärung, Gesundheitserziehung und -bildung investiert wäre – und vielleicht sogar in bessere Therapiemöglichkeiten. Ein valider Kritikpunkt: Statt denen noch etwas zu schenken, die sowieso trainieren und sich fit halten, besser die unterstützen, die dies nicht schaffen; die klassische Debatte ‚Liberal‘ versus ‚Sozial‘.

Die Zukunft nicht verbauen!

Unabhängig davon, was eine gerechte Lösung wäre (was vermutlich ohnehin strittig bleiben wird), ist es aber sehr wichtig, einen guten Kompromiss zu finden. Im Augenblick sind sehr viele Menschen – vermutlich sogar die Mehrheit – ziemlich skeptisch gegenüber Big Data bei Gesundheit und Versicherung. Nur wenn es uns gelingt, klarzumachen, wie groß der Nutzen sein kann, nur wenn wir zeigen dass wir niemand per se zurücklassen, dass wir helfen und nicht ausbeuten, werden wir Tracking und Quantified Self zum Erfolg führen. Und der Nutzen, den Quantified Self für die Gesellschaft anbieten kann, ist gewaltig. Wenn wir keine Angst vor den Folgen haben müssen.

Mehr zum Thema:
Ethik für das Quantified Self
Dada Data and the Internet of Paternalistic Things
Algorithmen-Ethik

Let’s pitch! Der explore TeamGuide von Datarella bei BITS & Pretzels

In 4 Tagen ist es soweit – BITS & Pretzels, auf der grossen Start-up Show in München treffen sich über 2.000 Unternehmensgründer und Investoren. Und das Beste daran: eines der acht Startups, die sich vorstellen dürfen, ist Datarella mit dem TeamGuide! Um ein besonders gutes Bild abzugeben und die Jury von uns zu überzeugen, schicken wir unseren CEO Jörg, der die Vorteile des TeamGuide für Teams und Projektleiter vorstellen wird:

explore TeamGuide

Jedes Gründungsteam-Mitglied lädt sich den explore TeamGuide auf sein Android Phone herunter. Sofort erhält jeder ein paar Begrüßungsfragen mit allgemeinen Angaben zur Person und zum Team. In den folgenden Wochen – die Dauer des Programms kann individuell auf Euer Team zugeschnitten werden – hilft Euch der TeamGuide, die Kommunikation und das Verständnis füreinander im Team zu analysieren. Die mit Prof. Triebel entwickelten Fragen stützen sich auf das Kulturebenenmodell von E. Schein (MIT) – sind also wissenschaftlich fundiert und bieten Euch während des Programms durch anschauliches sofortiges Feedback im TeamGuide eine realtime Hilfestellung zum Erkennen drohender Schwierigkeiten.

Wir freuen uns auf eine tolle Veranstaltung und sind gespannt auf den Pitch!

Analyse von Smartphone-Sensordaten mit R – Blogpost zu unserem „Call for Data Fiction“

Als Antwort auf unseren „Call for Data Fiction“ hat Benedik Köhler eine anschauliche Analyse unseres Testdatensatz durchgeführt. Mit dem Paket „Breakout Detection“ für die Statistik-Software R hat er auf einfache Weise die Punkte in den Daten erkannt, an denen sich die Lage unseres Smartphones im Raum verändert hat.

Hier sein Blogpost mit dem Programmiercode:
http://beautifuldata.net

Second Screen

In den USA hat das Display von Smartphones und Tablets den Fernseher als Bildschirm Nummer eins verdrängt. Nicht nur die Nutzungsdauer von mobilen Geräten ist inzwischen länger, als „die Glotze“ – vor allem die Nutzungsintensität, die Aufmerksamkeit, die Menschen den mobilen Inhalten schenken, ist höher.

Smartphones und Tablets sind also zum First Screen geworden.

Dennoch gibt es viele Gelegenheiten, bei denen Smartphones nicht passen, oder regelrecht stören: Bei Tisch, während einer angeregten Konversation oder beim Autofahren, um nur drei offensichtliche Beispiele zu nennen. Mein Twitter-Freund Jürgen Geuter hat auf den Punkt gebracht, warum Smartwatches hier Abhilfe schaffen werden: Der Blick auf die Armbanduhr ist gesellschaftlich Akzeptiert. Völlig im Rahmen des Üblichen kann man auf einer Smartwatch kurz nachsehen, ob die erwartete Antwort auf Whatsapp inzwischen gekommen ist, so wie man früher nach der Zeit gesehen hätte. Ebenso sind Smartwatches beim Autofahren sprichwörtliche zur Hand und in Kombination mit Spracherkennung werden sie für viele Smartphone-Anwendungen besser funktionieren, als die „Freisprechanlage“.

Smartwatches werden also zum Second Screen, zum Begleiter unserer Smartphones. Auch deshalb werden sie ihre Käufer finden.

We are the content!

"It is man who is the content of the message of the media”

Seit 1967 zeigt die Consumer Electronics Show CES in Las Vegas die neusten Produkte der Unterhaltungselektronik. Immer in der ersten Januarwoche lüften die großen Hersteller die Geheimnisse der Produkte, die dann im Lauf des Jahres in die Regale – oder besser: in die Online-Shops wandern.

Bisher war die CES ein Heimspiel der klassischen Industrie: Hifi, TV-Geräte, Autoradios … Auch wenn Apple, Microsoft und ihresgleichen seit Jahren eine immer wichtigere Rolle spielten, so lag auch der Schwerpunkt dieser Computerhersteller auf dieser Messe stets bei „klassischen“ Anwendungen: Heimkino, Smart-TV, Computerspiele.

TV ist kein Thema mehr

Auch für 2015 hatte sich die Branche gerüstet. Unternehmen wie Samsung hatten schon vorab ihre Strategie klar gemacht: Noch tollere TV-Geräte mit noch mehr Features. Aber dann kam es ganz anders. Niemand scheint auf der CES dieses Jahr noch TV-Bildschirme sehen zu wollen. Klassische Heimelektronik wirkt wie ein Relikt aus den 70ern. Spätestens auf der CES 2015 wurde klar: TV ist nicht mehr länger der „First Screen“.

Drei Trends der CES2015

Drei Trends dominieren auf der diesjährigen CES das Interesse der Besucher und die Berichterstattung in den Medien:

Erstens: Connected Home, insbesondere Rauchmelder, Thermostate und andere ganz und gar unauffällige Geräte, die aber durch ihre Vernetzung via Internet ungemein an Nützlichkeit gewinnen; es ist also nicht der „Vernetzte Kühlschrank“, der uns jahrelang von Fachjournalisten prophezeit hat, sondern klassische, dröge Haustechnik.

Zweitens: Connected Car. Was die Automobilindustrie auf der CES gezeigt hat, war wirklich beeindruckend: Marktreife Lösungen von weitgehend selbstfahrenden Autos, wirklich überzeugende Systeme zur Unfallvermeidung und andere Neuheiten im Bereich der Fahrsicherheit, die wir ab jetzt in den Neuwagen erwarten können.

Drittens: Wearable Tech, Elektronik, die wir direkt bei uns tragen. Neben den Fitness-Gadgets wie Armbändern, Schrittzählern oder vernetzten Körperwaagen, sind es tatsächlich hunderete von Smartwatches mit allen nur erdenklichen Produktanwendungen, von Fitness bis zur Pflege von Schwerstkranken.

Alle drei Trends haben eines gemeinsam: Das Display, über das wir damit arbeiten, ist mobil.

Unsere Smartphones sind schon längst nicht mehr der Second Screen, also nur der zweitwichtigste Bildschrim, hinter dem Fernseher. In den USA ist die Nutzungsdauer von mobilen Geräten bereits höher, als die von TV. Und die Aufmerksamkeit, die wir unseren mobilen Bildschirmen schenken, wenn wir mehr als zweihundert Mal am Tag darauf blicken, ist wesentlich höher.

Der Content

Der Content, der auf unseren Mobiles funktioniert ist aber keineswegs einfach Online, bloß mit weniger Platz auf dem Schirm. Auf unseren Smartphones und Tablets nutzen wir vor allem direkte Kommunikation. Social Media, vor allem Facebook und Twitter und vor allem soziale Bilder-Plattformen wie Instagram sind noch am ähnlichsten zu dem, was „klassische“ Medien waren. Aber immer mehr Formen von vernetztem Austausch finden Millionen oder gar Milliarden Nutzer, wie Messaging Apps wie Whatsapp oder Snapchat und völlig neue Formen, wie Yo.

Was man vor ein paar Jahren noch abschätzig ‚User generated Content‘, kurz UGC genannt hatte, ist schlicht der Content überhaupt geworden.

Die Trends der CES zeigen uns, wie diese Entwicklung weiter voranschreiten wird. Neben den bewusst und willkürlich von den Usern eingestellten Inhalten wie Texten oder Bildern, kommen immer mehr automatisch erzeugte Daten dazu. Jeden Morgen finden sich tausende, automatische Meldungen, die Fitness-Apps wie Runtustic über das Training ihrer Nutzer veröffentlichen. Lifetracking-Kameras wie der Narrative-Clip dokumentieren ohne unser Zutun unseren Tagesablauf im Bild, Jawebone meldet Tief- und Leichtschlafphasen allen vernetzten Freunden einer Nutzergruppe. Mit ‚Bring Your Own Data‘ wird das Teilen von ganz persönlichen Daten, die unsere Gadgets über uns Sammeln schließlich ein ernstzunehmender Teil unserer Gesundheitsversorgung: Unsere selbst getrackten Daten unterstützen unsere Ärzte dabei, uns zu helfen.

Social Media, also geteilte Gedanken und Bilder und Self-Tracking, also geteilte Daten sind zwei Seiten derselben Medaille: Die interessantesten Geschichten sind Menschen selbst.