Die Datarella Weltkarte des Verhaltens

Jeder Smartphone Nutzer produziert täglich über 20 MB an Daten, die über die Sensoren seines Smartphones gemessen werden. Stellen Sie sich nun die Daten von 2 Milliarden Smartphone Nutzern weltweit vor, übersetzt in Verhalten – in Echtzeit – auf einer Weltkarte. Genau das ist unser Vision der Datarella Weltkarte menschlichen Verhaltens.

Ein typisches Smartphone im Jahr 2015 verfügt über bis zu 25 Sensoren, mit denen so unterschiedliche Aktivitäten und Umwelteinflüsse wie Bewegung, Lärmpegel, Lichtintensität oder magnetische Strahlung gemessen werden. Die meisten Smartphone Nutzer sind sich der Tatsache nicht bewusst, dass die Kamera oder das Mikrophon ihres Phones niemals ganz ausgeschaltet sind, sondern kontinuierlich Daten über die jeweilige Lichtintensitäten bzw. Geräuschpegel sammeln.

Taten sagen mehr als Worte
Actions speak louder than words – Taten sagen mehr als Worte: wenn wir einen anderen Menschen wirklich kennen(lernen) wollen, sollten wir uns seine Handlungen ansehen und nicht nur darauf hören, was er sagt. Dies gilt insbesondere aber nicht nur für Politiker. Viele zwischenmenschliche Probleme haben ihren Ursprung darin, dass Menschen andere aufgrund ihres Äußeren oder ihrer Aussagen beurteilen, anstatt sich anzusehen, wie diese Person tatsächlich handelt. Hinter oberflächlichen Unterschieden wie der äußeren Erscheinung stellen wir oft mit der Zeit fest, dass wir Anderen durchaus ähnlich sind, weil diese ähnlich handeln.

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Die Datarella Vision
Unsere Vision bei Datarella ist es, Verhaltensweisen von Individuen auf einer Weltkarte abzubilden. Indem wir das Verhältnis von Bewohnern aller Kontinente auf einer Landkarte abbilden, wollen die Geschichten der Menschen, ihre Unterschiede und Gemeinsamkeiten – die Basis des Zusammenlebens – zeigen. Es gibt bereits auf Karten abgetragene Ausschnitte menschlichen Verhaltens, bereitgestellt von Unternehmen mit spezifischen Perspektiven auf ausgewählte Lebensbereiche. Beispielsweise beschreibt derWearable Device Anbieter Jawbone weltweite Schlaf- und Bewegungsmuster. Wir lernen, dass Russen morgens am längsten ausschlafen und Japaner mit der geringsten Schlafdauer auskommen. Für Reisende und Diplomaten wird die Welt hinsichtlich des Gefahrenpotenzials ihrer Regionen aufgeteilt.

Mitgestalten
Die Weltkarte menschlichen Verhaltens zu erstellen ist unser ambitioniertes Projekt für 2015. Wir wollen dieses Ziel nicht allein erreichen, sondern bauen auf Ihre Hilfe: wenn Sie ein Entwickler mit Fokus auf mobile Sensordaten sind, oder Ihr Unternehmen in einem der Bereiche Gesundheit, Finanzen, Mobilität oder Tourismus und Transport mit mobilen Sensordaten arbeitet, freuen wir uns über Ihre Kontaktaufnahme! Wenn Sie daran interessiert sind, Teil dieses interessanten Projekts zu werden, sagen Sie uns, welchen Beitrag Sie dazu leisten können. Wir freuen uns auf Sie!

Die Datarella Data Timeline

Wenn Sie in Amerika,Europa, im asiatisch-pazifischen Raum oder Australien leben, nutzen Sie -wie 1,76 Milliarden anderer Menschen – höchstwahrscheinlich ein Smartphone. Was machen Sie mit Ihrem Smartphone? Sie nutzen hauptsächlich Apps für Messaging, zur Teilnahme an Sozialen Netzwerken, zum Spielen, usw.. Und Sie produzieren Daten – e«ne Menge Daten. Jeder Schritt, den Sie machen, jeder Atemzug, den Sie tun, Ihr gesamtes Verhalten resultiert in Daten: Orte, Bewegung, Körperaktivitäten – und dies alles in ihren jeweiligen räumlichen und zeitlichen Kontexten. Sie produzieren all dies Daten nebenbei, ganz ohne speziellen Aufwand.

Aber – wo sind all diese Daten? Können Sie sie sehen? Wissen Sie überhaupt, welche (Art von) Daten Sie zu welchen Zeitpunkten und in welchen Ausmaßen Sie produzieren? Wissen Sie, dass diese Daten von immensem Vorteil fûr Sie sein können? Dass Sie beispielsweise Ihren Gesundheitszustand auf Basis dieser Daten verbessern können? Können Sie sich vorstellen, all Ihre Daten zu kennen, Ihre Daten zu sehen – in Echtzeit, anschaulich aufbereitet, so dass Sie jederzeit und sofort wissen, was sie bedeuten und welche Auswirkungen dies auf Sie hat?

Herzlich Willkommen zur Datarella Date Timeline!
Die Datarella Data Timeline ist eine appbasierte Timeline Ihres eigenen Verhaltens und das Ihres sozialen Netzwerks. Wenn Sie die Datarella Data Timeline nutzen, sehen Sie praktisch in Ihren eigenen Spiegel – Sie sehen sich selbst: nicht Ihre äußere Erscheinung wie im Badezimmer, sondern Sie sehen die Visualisierung Ihrer Körperaktivitäten. Und damit haben Sie das nahezu vollständige Bild Ihrer selbst. Die Data Timeline stellt Ihre Daten in einen Zusammenhang mit Ihrer zeitlichen und räumlichen Umgebung: Sie sehen sich selbst in Abhängigkeit der jeweiligen Situation – Sie erleben Ihre persönlichen Data Moments.

Warum Sie die Data Timeline nutzen sollten
Jeden Tag produzieren Sie 20 MB an Daten, die von Ihrem Smartphone gemessen werden. Diese Daten können fûr Sie von großem Vorteil sein: sie können Ihr Leben retten – oder das Ihrer Familienmitglieder oder Freunde. Oder sie helfen Ihnen dabei, Ihre Lebensqualität zu verbessern. Um praktische Tipps zur Verbesserung der Lebensqualität zu erhalten, benötigen Sie diese Daten in einer anschaulich dargestellten Art und Weise.

Sie und Ihre Freunde
Es geht in der Data Timeline nicht nur um Sie selbst: Sie sehen auch die Data Moments Ihrer Freunde, wenn diese Sie dafür freigeschaltet haben. Sie können daher sehen, wie es Ihrem Lebensgefährten geht, dass er sich noch – leicht gestresst – im Büro aufhält – und sich auf das gemeinsame Candlelight Dinner später am Abend freut. Mit den einbauten Social Media Funktionen können Sie Ihre Data Moments über Facebook und Twitter innerhalb Ihres Freundeskreises teilen.

Erklangen und behalten Sie die Hoheit über Ihre Daten
Sie sollten immer selbst und autonom über Ihre Daten bestimmen. Ihre Daten sagen mehr über Sie aus, als beispielsweise Ihr Arzt über Se in Erfahrung bringen kann. Daher ist es entscheidend, dass Sie Zugriff auf Ihre Daten haben und selbst entscheiden, wem Sie welche Ausschnitte davon freigeben. Mit der Data Timeline können Sie auf Wunsch all Ihre Rohdaten herunterladen und eigene Analysen durchführen. Ihre Daten gehören Ihnen, sie sind vollständig sichtbar und zu 100% transparent.

App-Entwicklung für die Smartwatch

Der Verkaufsstart der Apple Watch steht unmittelbar bevor. In der Mobilbranche glauben die meisten Insider, dass es Apple erneut gelingen wird, einen großen Trend loszutreten. Viele Anbieter von Apps beginnen daher, Konzepte zu entwickeln, ihre bestehenden Smartphone Apps auf die Smartwatches anzupassen. Wir bemerken eine wachsende Nachfrage nach Beratung und Unterstützung unserer Kunden bei dieser Aufgabe.

Durch die über hundert Smartwatches, die schon heute auf dem Markt sind, gibt es genügend Erkenntnisse, die wir uns für die erfolgreiche App-Entwicklung zunutze machen können. Und tatsächlich gibt es einige Punkte zu beachten, um gute Apps für Smartwatches zu entwickeln.

Displaygröße

Kling trivial, ist aber offensichtlich keineswegs selbstverständlich: Smartwaches haben ein sehr beschränktes Display. Publisher sind offenbar inzwischen durch die wachsenden Bildschirmdiagonalen verwöhnt und können sich nur schwer darauf einstellen, ihre Ansprüche wieder herunterzuschrauben. Aber genau darum geht es. Beim Blick auf das kleine „Ziffernblatt“ muss die relevante Information sofort gut sichtbar in der Mitte platziert stehen.

Der schnelle Blick

Niemand hat den Nerv, sich auf einer Smartwatch umständlich durch ein Menü zu klicken. Die Navigation der Apple Watch ist darauf optimiert, schnell eine App aus dem Homescreen heranzuzoomen. Jede App sollte daher nur genau eine Sache können – die aber dafür gut. Viele Use-Cases klassischer Smartphone Apps sind nicht sinnvoll auf Smartwatches übertragbar. Wir empfehlen daher, im Zweifel auf Features zu verzichten. Die Smartwatches sind (zumindest heute) auch nicht vergleichbar leistungsfähig mit Smartphones – weder von der Rechenleistung, noch vom Speicherplatz. Ökonomischer Umgang mit den Ressourcen ist daher ein Gebot der Höflichkeit gegenüber den Nutzern. Diese werden Bescheidenheit im Umgang mit den knappen Ressourcen auf ihrer Uhr damit danken, dass sie die App nicht gleich wieder löschen.

Unterwegs

Mediennutzung auf den großen Smartphones, die Phablets und Tablets findet hauptsächlich zu hause auf dem Sofa oder im Bett statt, das zeigen alle einschlägigen Studien. Die Smartwatch dagegen hat man stets am Handgelenk. Man muss sie nicht erst aus der Tasche ziehen, man kann stets darauf schauen. An diese Nutzungssituation müssen sich die Apps anpassen – es ist echte mobile Nutzung. Apps sollten daher so autonom wie möglich arbeiten und nicht ständig via UMTS oder Wifi nach Daten aus dem Netz verlangen. Das bedeutet: Nur native Apps haben eine Chance.

Mit einer Hand (oder sogar mit keiner!)

Sport ist der naheliegende Use-Case für alle Wearables. Smartwatches werden aber auch beim Autofahren genutzt. Typische Anwendung: Diktieren! Gerade Chat-Apps wie Whatsapp oder Snappchat machen vor, wie aus das „Texting“ zum „Voicing“ wird. Viele Leute (je jünger desto mehr) sprechen ihre Chat-Nachrichten direkt in das Gerät. Was heute schon beim Smartphone gut funktioniert, wird bei Smartwatches zum zentralen Feature: Einfach die Hand anheben, die Nachricht in die Uhr sprechen, fertig.
Schon bei Apps auf Mobiltelefonen ist es wichtig, dass man die App im Wesentlichen nur mit dem Daumen bedienen kann. Leider nehmen viele Publisher keine Rücksicht auf die Bedienung mit nur einer Hand. Bei Smartwatches gibt es logischer Weise gar keine Alternative, man kann gar nicht mit zwei Händen agieren. Hier ist es noch wichtiger, einfache Gesten einzusetzen – ein Fingertipp muss genügen. Idealer Weise lässt sich die App sogar komplett mit einfachen Sprachkommandos steuern.

Second Screen oder Stand-Alone

Die meisten Smartwatches und auch die Apple Watch sind Zusatzgeräte zum Smartphone, arbeiten also nicht eigenständig. Ein guter Use-Case ist daher, Apps, die auf dem Fon laufen, auf die Watch zu verlängern. Nach kurzer Zeit spielt sich dabei häufig ein neues Nutzungsmuster der Geräte ein. Das Smartphone wird zunehmen seltener aus der Tasche gezogen, da man ja nichts mehr verpasst. Die meisten Nachrichten wie SMS, Twitter oder Whatsapp sind so kurz, dass man sie auch ohne Probleme ganz und gar auf dem Display der Smartwatch anzeigen lassen kann. Das hat zur Konsequenz, dass die Zeit dramatisch zurück geht, in der die Leute auf ihren Smartphone-Bildschirm starren. Schon allein deshalb ist es für jeden Publisher wichtig, den Nutzern einen guten Grund zu liefern, auch weiterhin die Inhalte zu nutzen. Der Weg führt über eine sinnvolle Kombination von Smartphone-App mit Smartwatch-App – die Stamm-App wird auf das Ziffernblatt der Smartwatch verlängert. Umgekehrt werden manche Nutzungsformen deutlich einfacher. Während es oft nicht opportun ist, das Handy aus der Tasche zu ziehen, ist der schnelle Blick auf die Armbanduhr in der Regel kein Problem. Apps, die diese Nebenbeinutzung unterstützen haben daher mehr Chancen auf Erfolg.

Auch wenn zunächst das Smartphone als „Schaltzentrale“ in der Tasche weiter läuft, bietet es sich durchaus an, über Apps nachzudenken, die ausschließlich auf der Smartwatch laufen. Generische Smartphone Apps werden über kurz oder lang das Rennen machen, genauso, wie erfolgreiche Mobile-Apps auch keinen Computer im Hintergrund mehr benötigen. Apps, die sich bisher mittels HTML5-Websites über echte Smartphone-Funktionalität hinweg gemogelt haben, werden auf Smartwatches kaum Chancen haben.

Spam-Nachrichten vermeiden

Das Smartwatch-Display dient als Nachrichtenticker. „You always have Mail“ ist allerdings die traurige Wahrheit. Wir brauchen nicht noch mehr Hinweise auf Dinge, von denen wir ohnehin nichts hören wollen. Apps, die ihre Nutzer mit Notifications belästigen, werden als lästiger Spam schnell wieder gelöscht. Benachrichtigungen sollten immer die Ausnahme bleiben. Eine Nachricht ist nur wert, was wirklich unbedingt sofort am Handgelenk verfügbar sein muss, z.B. zur Navigation.

Energieverbrauch

Smartwatches leiden unter geringer Batteriekapazität. Apps, die durch ihren Stromhunger die ohnehin kurze Laufzeit der Uhr merklich verkürzen, werden schnell gelöscht. Die Smartwatches bieten umgekehrt noch mehr faszinierende Daten, die sie über ihre Sensoren sammeln. Neben den üblichen Bewegungsmessern wie Gyroskop oder Accelerometer kommen physiologische Sonden wie z.B. Messung von Puls oder Sauerstoffsättigung im Blut dazu. Damit Eröffnen Smartwatches viele neue Möglichkeiten im Bereich Wellness, Sport und Gesundheit.
Beim abtasten der Sensordaten gibt es keine Kompromisse. Hier muss auf äußerste Sparsamkeit im Stromverbrauch geachtet werden. Dabei ist es häufig besser, nicht die Standard-Schnittstellen der Betriebssysteme zu nutzen. Hier sind die Einstellungen, den Verbrauch zu Regeln oft begrenzt. Am besten ist es, die Sensortechnik direkt in die App einzuprogrammieren. Dadurch lässt sich der Verbrauch meist im erträglichen Rahmen halten.

App-Marketing

Smartwatch-Apps brauchen eigenes Marketing. Nur weil der Use-Case der herkömmlichen Smartwatch-App für die Nutzer klar ist, heißt das noch lange nicht, dass die App auch auf die Uhr installiert wird. Smartwatches genießen zur Zeit hohe Aufmerksamkeit. Es bietet sich daher an, die Smartwatch-App primär zu bewerben und die „klassische“ App Huckepack zu nehmen und nicht umgekehrt. Besonders die ungewohnte Ästhetik der Smartphone-Displays ist ein Eye-Catcher. Die Kommunikation einer App, die jetzt neu für Smartphones bereit steht, wird auch die zu Grunde liegende Smartphone-App in den Fokus rücken.

Gutes Briefing

Wie immer steht am Anfang einer erfolgreichen Entwicklung das gute Briefing. Wir empfehlen aus Erfahrung ein agiles, iteratives Vorgehen – Design Thinking. Da es nur wenig Erfahrungswerte mit Smartwatch-Apps gibt, ist es wichtig, offen für Änderungen am Konzept zu bleiben. Nicht jede Idee, die anfangs plausibel erschien, hält der Realität stand. Es ist bei einer so ungewohnten Technologie hilfreich, sehr schnell zu ersten Prototypen zu kommen. Oft lässt sich die User-Acceptance schon mit einem einfachen Dummy testen. Selbst aus Pappe und Papier lassen sich sinnvolle Testversionen basteln, die häufig viel Zeit und Geld sparen, indem man Sackgassen vermeidet und schnell aufs Wesentliche im User Interface kommt. Am Ende der ersten Entwicklungsphase steht dann ein Minimum Viable Product, ein MVP. Das MVP liefert genau die Funktionalität, mit der die App gerade ihre Aufgabe erfüllen kann. Das ist häufig zwar schon an sich ausreichend, aber bei Bedarf kann man von hier aus immernoch ins Detail gehen.

Der Wettbewerb bei den Smartwatch-Apps werden auf jeden Fall noch sehr viel stärker, als im klassischen App-Store. Smartwatches bieten aber auch viele neue, faszinierende Möglichkeiten für die Publisher. Für jedes App-Projekt lohnt sich heute, die Anwendung auf der Smartwatch in die Ideenfindung einzubeziehen. Und selbst, wenn (noch) keine Smartwatch-App entwickelt wird: Der Purismus, den die knappen Ressourcen auf der Smartwatch der App-Entwicklung abverlangt, tut jeder App gut, selbst wenn sie auf einem Hochleistungs-Tablet laufen soll.

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TV-Tipp: Der gläserne Versicherungskunde

Jeder kennt es: wenn man eine Versicherung abschließt, muss man meist erstmal einen Wust von Fragen beantworten und den Unternehmen einen tiefen Blick in sein Privatleben gestatten, bevor wir gnädig aufgenommen werden. Nun sind erste Angebote von Versicherungen auf dem Markt, bei denen sich Versicherer für digital gewonnene Daten interessieren. Ist das die Zukunft? Was ist davon zu halten?

Dr. Birgit König, Vorstandsvorsitzende Allianz Private Krankenversicherung, nimmt Stellung zu etwaigen Plänen von Krankenversicherungen, Gesundheitsdaten in die Kalkulation von Versicherungstarifen einfließen zu lassen. Und unser Michael Reuter joggt selbst bi Minusgraden im Münchner Hofgarten, um an genau diese Tarife zu kommen 😉

Der Versicherer Generali erarbeitet für digitale  Fitness Fans in Deutschland ein spezielles Angebot – zusammen mit den südafrikanischen Versicherungskonzern Discovery. Der hält mit dem Programm Vitality seine Versicherten bereits zu Vorsorgeuntersuchungen an, oder zum Sporteln mit App. Wer mitmacht und seine Daten dem Konzern gibt, der bekommt Versicherungsboni und Einkaufs-Rabatte. Generali plant sein Angebot an deutsche Kunden für Ende des Jahres.

Data is the new Media

Data Storytelling, Daten-Journalismus und sogar „Data Fiction“ – seit Big Data auf die Bühne getreten ist, werden Daten mehr und mehr zum Handwerkszeug für Erzählungen. Mit Mustererkennung, explorativer Datenanalyse und besonders mit Datenvisualisierung verlagert sich der Schwerpunkt von Daten von quantitativ zu qualitativ.

Immer mehr Anwendungen unterstützen uns dabei, mit Daten eine Geschichte zu erzählen. Dashboards wie Tableau oder DataLion zapfen unsere Datenquellen an und übersetzen die Zahlen in ein visuelles Format, dass wesentlich leichter verdaulich ist. Sogar hoch multivariate Daten legen uns ihre Bedeutung offen, wenn wir zur Analyse tools wie Gephi oder sage wir das berüchtigte Palantir einsetzen. Diese Hilfsmittel machen auch Social Media Analysen und Text-Mining für Sozialforschung und für die Markt- und Werbeforschung zugänglich.

Jawbone Up not only tracks our sleep. The app also shares our data in a meaningful way with our friends - like we share our thoughts on Twitter.
Jawbone Up verfolgt nicht nur unseren Schlaf. Die App teilt unsere Daten auf sinnvolle Weise auch unseren Freunden mit – ganz so, wie wir unsere Gedanken über Twitter mit ihnen teilen.
Data driven Storytelling hat inzwischen die meisten Sachtexte erobert. News Publisher wie die New York Times oder der Guardian beschäftigen enorme Teams aus Infografik-Spezialisten, um ihre Reportagen mit sinnvollen Datenvisualisierungen anzureichern. Einige der Redakteure haben großartige Sammlungen mit wunderschönen Beispielen zusammengestellt, z.B. informationisbeautiful.net.

Unsere allerpersönlichsten Daten werden jedoch auf unseren Mobiltelefonen und tragbaren Geräten erzeugt. Auf unseren Smartphones, Armbändern oder Smartwatches sammeln etwa zwanzig Sensoren ununterbrochen Daten über unser Verhalten und unsere Handlungen. Eine Vielzahl von Apps nutzt diese Mobile Data: Sie unterstützen unser Training, zeigen uns den Weg, finden Freunde in der Nähe, lassen uns Bilder teilen, u.s.w.

Many people already share their daily workout via apps like Strava or Runtastic. It is even quite common to let such apps automatically post your training results into your social media timeline, e.g. to Twitter or Facebook.
Viele Leute teilen schon heute ihren täglichen Sport mit Apps wie Strava oder Runtastic. Es ist sogar ziemlich verbreitet, dass wir diese Apps unsere Training-Ergebnisse automatisch in unsere Social Media Timeline posten lassen, z.b. auf Twitter oder Facebook.

Apps wie Jawbone Up oder Strava verfolgen nicht nur unsere sportlichen Aktivitäten, sie bieten auch einen einfachen Weg, die Daten, die sie gemessen haben, zu teilen. Wir veröffentlichen unsere Trainingsdaten genauso, wie wir unsere Geschichten auf Twitter oder Facebook veröffentlichen. Unsere Daten werden gleichwertig mit unseren Texten und den Bildern, die wir posten. Die am weitesten integrierte Version dieses Daten-als-Geschichte-Erzählens bietet Google Now.

Image on top: Google Now. Google Now follows the idea to display all kinds of information in the form of tiles, like Twitter or Facebook would display the posts of the people you follow in a timeline. Funny enough, Google obviously has no clue where my "place of work" seams to be.
Zum Bild ganz oben: Google Now verfolgt die Idee, alle möglichen Informationen in Form von Kacheln darzustellen, so wie Facebook oder Twitter die Posts von Leuten, denen wir folgen, in unserer Timeline darstellt. Lustiger Weise scheint Google offenbar keine Ahnung zu haben, wo mein „Arbeitsplatz“ tatsächlich liegt.“

Daten als Medien – das gilt nicht nur für die Inhalte. Werbung, die ja im Großen und Ganzen schon seit Jahrzehnten durch Daten getrieben wurde, ist heute in einem gewaltigen Umbruch begriffen. Mediaplanung und Mediaeinkauf – die Kunstfertigkeit, Werbung auf so effizient wie möglich zu schalten, das heißt, die Wirkung bei gegebenem Budget zu optimieren – verändern sich dramatisch. Etwa 20% der Werbung wird inzwischen programmatisch geschaltet. Programmatic Buying bedeutet, das ein Algorithmus entscheidet, ob ein bestimmter User der richtige ist, unsere Kampagne ausgespielt zu sehen, anstelle dass eine Werbeplatzierung explizit durch einen Auftrag bestellt wird, so wie in der Vergangenheit. Die Entscheidung, welcher User genau dem Ziel der Kampagne entspricht, wird auf Basis einer Vorhersage getroffen, die aus dem Daten der Verhaltensbeobachtung des Users berechnet wird. Daten bestimmen somit, welche Werbung wir sehen.

Mit der Idee des ‚Quantified Self‚ beginnen Daten sogar unsere Vorstellung von Identität zu erobern. Wir sind nicht nur, was wir sagen, wie wir erscheinen, wie wir willkürlich handeln, vielmehr sind wir ebenso durch unser Innenleben definiert, unsere körperlichen Funktionen, durch die Daten, die unser physisches Selbst erzeugt. Die Konzeption des Selbst verändert sich durch diese Betrachtungsweise, indem die strenge Trennung von Geist und Körper, von bewusst und unbewusst überwunden wird. Die physischen Aspekte unseres Lebens treten nun als gleichbereichtiger, wahrhaftiger Teil unseres Selbst auf.

Daten werden zum integralen Bestandteil unserer Erzählungen. Sie durchdringen alle Medien. Wir sollten lernen, Daten als Teil unseres Lebens zu sehen, so wie wir daran gewöhnt sind, über unser Leben mit Worten zu erzählen.

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