Virtuelle Assistenten – Eine neue Generation von Apps wächst heran

Wer Siri oder Google Now kennt, weiss die Dienste der virtuellen Assistenten zu schätzen. Von einfachen Arbeiten wie der raschen ins Smartphone gesprochenen Erinnerung oder einem Kalendereintrag angefangen, über Kleidertips für den Folgetag aufgrund der integrierten Wetterdaten bis hin zur geänderten Routenplanung aufgrund neuer Stauinformationen: es ist einfach sehr praktisch, wenn jemand „mitdenkt“.

Mitdenkende Apps sind aktuell stark im Kommen: Auf dem Bloomberg Next Big Thing Summit stellten sie den Löwenanteil der Geschäftsmodelle, die man im Silicon Valley für die meistversprechenden hält. Da Apps natü+rlich nicht wirklich mitdenken, sondern relevante Daten aus dem jeweiligen Nutzer Kontext integriert, spricht man von contextually aware applications. Über Sensoren sammeln Smartphones Daten über die Bewegungen, Aufenthaltsorte, Interaktionen, Geräusch- und Lichtszenarien,  in denen sich der Nutzer bewegt.  Insbesondere die Gesundheitsbranche steht hier vor eine Revolution: Apps und tragbare medizinische Geräte können beispielsweise herzinfarktgefährdeten Menschen rechtzeitig vor dem Infarkt mitteilen, dass eine Notsituation bevorsteht. So wird aus einem Life-logging für Nerds schnell eine praktische massentaugliche Anwendung, die kein Betroffener mehr missen möchte. Oder, wie Gary Wolf auf der Quantified Self Conference 2013 treffend bemerkte:

„Quantifying yourself will be regarded as a responsibility.“

Damit den reizvollen Anwendungen auch die entsprechenden Technologien zur Verfügung stehen, kündigen derzeit Beratungsgesellschaften wie IBM aber auch der Chiphersteller Intel Produktoffensiven an, die im Falle von Intel gar einer Neudefinition des gesamten Unternehmens gleichkommen.

Human API – Quantified Self für jedermann

Self Quantifizier wissen es schon lange: nicht nur das Sammeln und Analysieren der eigenen Daten, sondern gerade das Teilen der Daten mit anderen bringt hohe Erkenntnisgewinne. Was zunächst für weniger technologisch-affine Menschen undenkbar ist – das Teilen privater Verhaltensdaten mit anderen – bringt neben dem Wissen über die eigene Person eine Einordnung in das jeweilige soziale Umfeld mit sich, die dem Nutzer wiederum extrem hilft, sich in der Gesellschaft zu verorten.

Andrei Pop geht mit seinem Startup Human API den nächsten Schritt:: er möchte dem Normalbürger, der kein ausgewiesener Quantified Self Fan ist, möglichst einfach zu den oben beschriebenen Erkenntnisgewinnen verhelfen. Human API aggregiert Schnittstellen einer Reihe von Apps und Geräten aus dem Gesundheits- und Wellnessbereich. Zusätzlich macht das Startup externen Entwicklern die Normalisierung und Standardisierung der Daten einfacher. Über inhaltlich zusammenpassende APIs  werden kategorisierte Datenströme geliefert: so ist es für Dritte wesentlich leichter, auf thematischen Datenströmen aufzusetzen.  Dass diese Daten begehrt sind, zeigt der Andrang: über 600 Entwickler meldeten sich innerhalb der ersten 48 Stunden nach Einladung.

Apples iOS 7 deutet auf Boom für tragbare Technologie hin

Wer Apples Keynote zur Entwicklerkonferenz WWDC mitverfolgt hat, der wird die vielfältigen Hinweise auf zukünftige Schnittstellen zu tragbarer Technologie im mobilen Betriebssystem iOS 7 bemerkt haben. Während bisher Gadgets wie das Nike Fuelband oder Jawbones Up eigene Apps benötigten, um die Bewegungen des Nutzers ihren Systemen hinzuzufügen, bietet Apple mit zwei elementaren Bluetooth Features ab Herbst völlig neue Möglichkeiten der Datensammlung mit tragbaren Geräten bzw. Technologie in Kleidung: den Apple Notification Center Service (ANCS) und den Preservation and Restauration Service.

Mit diesen beiden Services können zum einen Push Notifications von iOS an ein über Bluetooth verbundenes Gerät gesendet werden. Zum anderen können über Bluetooth Daten zu einer App auf dem iPhone oder iPad passiv gesammelt werden. Wir können Tom Emrich komplett folgen, wenn er hierin einen grossen Schritt in Richtung wearable tech erkennt:  Apple positioniert sich als ein Hub für smart devices – eine Offenheit, die das Unternehmen in dieser Art bisher eher selten an den Tag legte. Für alle Fans des Quantified Self und insbesondere Hersteller von wearable tech eine äusserst positive Nachricht.

Data Science – Die harte Realität

Derzeit wird viel über das interessante und spannende Leben eines Data Scientist bzw. Data Engineers geschrieben: scheinbar einer der gefragtesten Berufsbilder überhaupt: im Silicon Valley werden Traumgehälter bezahlt; alle reissen sich um die Datenwissenschaftler.

Wie aber sieht sich der Data Engineer selbst? Wie Josh Wille, Clouderas Senior Director of Data Science, im MIT Technology Review meint,  stellt sich der Job aus Sicht eines Data Scientist eher ernüchternd dar: ein Grossteil der Zeit muss damit verbracht werden, Daten aufzuräumen und zu strukturieren. Diese eher administrativ zu nennenden Tätigkeiten sind Bedingung für die Kür: den Erkenntnisgewinn.

“I’m a data janitor. That’s the sexiest job of the 21st century,” he says. “It’s very flattering, but it’s also a little baffling.”