Data is the new Media

Data is the new Media

Data Storytelling, Daten-Journalismus und sogar „Data Fiction“ – seit Big Data auf die Bühne getreten ist, werden Daten mehr und mehr zum Handwerkszeug für Erzählungen. Mit Mustererkennung, explorativer Datenanalyse und besonders mit Datenvisualisierung verlagert sich der Schwerpunkt von Daten von quantitativ zu qualitativ.

Immer mehr Anwendungen unterstützen uns dabei, mit Daten eine Geschichte zu erzählen. Dashboards wie Tableau oder DataLion zapfen unsere Datenquellen an und übersetzen die Zahlen in ein visuelles Format, dass wesentlich leichter verdaulich ist. Sogar hoch multivariate Daten legen uns ihre Bedeutung offen, wenn wir zur Analyse tools wie Gephi oder sage wir das berüchtigte Palantir einsetzen. Diese Hilfsmittel machen auch Social Media Analysen und Text-Mining für Sozialforschung und für die Markt- und Werbeforschung zugänglich.

Jawbone Up not only tracks our sleep. The app also shares our data in a meaningful way with our friends - like we share our thoughts on Twitter.

Jawbone Up verfolgt nicht nur unseren Schlaf. Die App teilt unsere Daten auf sinnvolle Weise auch unseren Freunden mit – ganz so, wie wir unsere Gedanken über Twitter mit ihnen teilen.

Data driven Storytelling hat inzwischen die meisten Sachtexte erobert. News Publisher wie die New York Times oder der Guardian beschäftigen enorme Teams aus Infografik-Spezialisten, um ihre Reportagen mit sinnvollen Datenvisualisierungen anzureichern. Einige der Redakteure haben großartige Sammlungen mit wunderschönen Beispielen zusammengestellt, z.B. informationisbeautiful.net.

Unsere allerpersönlichsten Daten werden jedoch auf unseren Mobiltelefonen und tragbaren Geräten erzeugt. Auf unseren Smartphones, Armbändern oder Smartwatches sammeln etwa zwanzig Sensoren ununterbrochen Daten über unser Verhalten und unsere Handlungen. Eine Vielzahl von Apps nutzt diese Mobile Data: Sie unterstützen unser Training, zeigen uns den Weg, finden Freunde in der Nähe, lassen uns Bilder teilen, u.s.w.

Many people already share their daily workout via apps like Strava or Runtastic. It is even quite common to let such apps automatically post your training results into your social media timeline, e.g. to Twitter or Facebook.

Viele Leute teilen schon heute ihren täglichen Sport mit Apps wie Strava oder Runtastic. Es ist sogar ziemlich verbreitet, dass wir diese Apps unsere Training-Ergebnisse automatisch in unsere Social Media Timeline posten lassen, z.b. auf Twitter oder Facebook.

Apps wie Jawbone Up oder Strava verfolgen nicht nur unsere sportlichen Aktivitäten, sie bieten auch einen einfachen Weg, die Daten, die sie gemessen haben, zu teilen. Wir veröffentlichen unsere Trainingsdaten genauso, wie wir unsere Geschichten auf Twitter oder Facebook veröffentlichen. Unsere Daten werden gleichwertig mit unseren Texten und den Bildern, die wir posten. Die am weitesten integrierte Version dieses Daten-als-Geschichte-Erzählens bietet Google Now.

Image on top: Google Now. Google Now follows the idea to display all kinds of information in the form of tiles, like Twitter or Facebook would display the posts of the people you follow in a timeline. Funny enough, Google obviously has no clue where my "place of work" seams to be.

Zum Bild ganz oben: Google Now verfolgt die Idee, alle möglichen Informationen in Form von Kacheln darzustellen, so wie Facebook oder Twitter die Posts von Leuten, denen wir folgen, in unserer Timeline darstellt. Lustiger Weise scheint Google offenbar keine Ahnung zu haben, wo mein „Arbeitsplatz“ tatsächlich liegt.“

Daten als Medien – das gilt nicht nur für die Inhalte. Werbung, die ja im Großen und Ganzen schon seit Jahrzehnten durch Daten getrieben wurde, ist heute in einem gewaltigen Umbruch begriffen. Mediaplanung und Mediaeinkauf – die Kunstfertigkeit, Werbung auf so effizient wie möglich zu schalten, das heißt, die Wirkung bei gegebenem Budget zu optimieren – verändern sich dramatisch. Etwa 20% der Werbung wird inzwischen programmatisch geschaltet. Programmatic Buying bedeutet, das ein Algorithmus entscheidet, ob ein bestimmter User der richtige ist, unsere Kampagne ausgespielt zu sehen, anstelle dass eine Werbeplatzierung explizit durch einen Auftrag bestellt wird, so wie in der Vergangenheit. Die Entscheidung, welcher User genau dem Ziel der Kampagne entspricht, wird auf Basis einer Vorhersage getroffen, die aus dem Daten der Verhaltensbeobachtung des Users berechnet wird. Daten bestimmen somit, welche Werbung wir sehen.

Mit der Idee des ‚Quantified Self‚ beginnen Daten sogar unsere Vorstellung von Identität zu erobern. Wir sind nicht nur, was wir sagen, wie wir erscheinen, wie wir willkürlich handeln, vielmehr sind wir ebenso durch unser Innenleben definiert, unsere körperlichen Funktionen, durch die Daten, die unser physisches Selbst erzeugt. Die Konzeption des Selbst verändert sich durch diese Betrachtungsweise, indem die strenge Trennung von Geist und Körper, von bewusst und unbewusst überwunden wird. Die physischen Aspekte unseres Lebens treten nun als gleichbereichtiger, wahrhaftiger Teil unseres Selbst auf.

Daten werden zum integralen Bestandteil unserer Erzählungen. Sie durchdringen alle Medien. Wir sollten lernen, Daten als Teil unseres Lebens zu sehen, so wie wir daran gewöhnt sind, über unser Leben mit Worten zu erzählen.

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Daten Stories: Von Fakten zu Fiktion.

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